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Kuddls Fang von 55 Makrelen in der Nordsee

Kuddl hat diesen schönen Bericht über den Fang von Makrelen in der Nordsee vom Kutter von Büsum ge­schrieben. Da bleibt keine Frage offen. Herzlichen Dank dafür!

Der Kollege Carsten Carstens hat die Sache im an­glerforum ja schon weitestgehend beschrieben. Hier noch ein paar Ergänzungen. Vorab: das Ma­kre­len­angeln vom Kutter stellt (sofern der Käptn den Schwarm findet) keine hohe Angelkunst dar. Und 55 Stück sind da ganz normal; im Vorjahr habe ich bei ca. 100 aufgehört. Da hat der Carsten Recht: man muss den Fisch ja auch sinnvoll verwerten können und stets die Achtung vor der Kreatur Fisch wahren. Ich jedenfalls verstehe und mag es nicht, wenn Fische nur aus Jux und Dollerei gefangen/getötet werden - die gehören in den Kochtopf (oder auf den Grill, die Pfanne, die Räuchertonne)!

Und noch etwas vorweg: die Ausfahrt ist nicht billig (47 EUR pro Person) und anstrengend. Zwar sind die Plätze zu reservieren und es reicht daher, kurz vor Abfahrt (7 Uhr) an Bord zu sein. Aber dann ist man gern mal 10 Stunden auf dem Wasser, was bei See­gang schon sehr viel Kraft kostet. Zum Glück merkt man es erst am Abend, denn das Angeln selbst ist sehr erquickend :-)

Zur Ausrüstung gilt: Robustheit ist Trumpf! Finesse ist nicht gefragt. Es reicht eine robuste Pilkrute, kann auch ruhig ein kurzer Knüppel sein. Ich selbst bleibe meiner ollen orange-farbenden Sportex-Teleskoprute (2,8 m, nur 4 Ringe) treu. Die Rute dürfte bald ihre 30 Jahre auf dem Buckel haben. Sie (und ich) ist kurz zu sehen auf einem (leicht missglückten) Youtube-Versuch vom letzten Jahr - gux Du

Die Rolle ist auch ´ne ganz Olle, aber tolle RYOBI GX-60 mit einer 45er Mono. Geflochtene macht hier keinen Sinn. Gerade beim gefürchteten Tüdelmann ist eine schön dicke, farbige Mono ideal. Aber wenn man etwas aufpasst, ruhig und besonnen angelt und auf seine Nachbarn achtet, dann kommt man auch ohne Tüdelmann durch den Tag.

Zum Gewicht: die beschriebenen 200 gr. sehe ich nicht als Muss. Ich benutze mit Blei gefüllte, schlanke Kupferrohre (Made by Kurt), die nicht mehr als 125 bis 150 Gramm haben und das Vorfach rasch genug nach unten plumpsen lassen oder einen kurzen Un­ter­handwurf erlauben. Wichtig ist: keinen Pilker o.ä. mit Drilling als Gewicht verwenden, denn das gibt nur unnötigen Tüdelmann. Und ja: ein Full House mit 5 Makrelen ist durchaus möglich (und stressig :-)). Es reichen durchaus 4 Haken am Paternoster. Zur Verwahrung nehme ich eine handelsübliche Kühlbox (ca. 25 l) und einen zweiten Eimer (praktisch: un­ge­schlachtete Fische darein legen und dann die ge­säuber­ten in die Box umlagern). Bewährt hat sich, leere Tetrapacks (z.B. von Milch, Fruchtsaft) mit Wasser zu füllen und dann einzufrieren und in der Kühlbox mitzuführen. Diese Eisblocks halten sehr lange und können dann mit einem mitgebrachten Hammer oder einem robusten Priest zerschlagen und das Brucheis auf oder zwischen den Fisch gelegt werden (mit einer «Süßwassersuppe» hatte ich selbst bei hohen Temperaturen keine Probleme).

Tja, die Möwen. Also in der Nordsee ist es so, dass überall die Makrelen herumstromern. Finden sie ihren Beutefisch (kleiner heringsartiger Schwarmfisch), so wird dieser von den Makrelen gemeinsam und eben­falls im Schwarm an die Oberfläche gejagt. Von oben kommt dann der 3.te Schwarm ins Spiel, nämlich der Möwenschwarm, der die Beutefische ins Visier nimmt.

Der Käptn versucht dann, genau in diesen Möwen­schwarm zu manövrieren, um den letzten Schwarm (den der Angler) glücklich zu machen. Insgesamt also 4 Schwärme - kein Wunder, dass man da ins schwärmen kommt. Und wenn man dann spürt, was in einem vorgeht, wenn 2, 3, 4 oder 5 Makrelen an­ge­bissen haben, dann kann mann ungefähr erahnen, was Frauen bei einem mutiplen Orgasmus em­pfin­den ... Ernsthaft, da sieht man ein Strahlen in den mit Endorphinen gewässerten Augen jeden Petrijüngers an Bord.

Auf der Rückfahrt wird «geschlachtet». Keine so schöne Arbeit wie das Angeln. Aber ich finde es immer sehr gerecht, dass dann die Möwen belohnt werden, die uns ja schließlich den Weg zur Makrele gezeigt haben.

Ich bin mal gespannt, wie sich das Makrelenangeln in der Ostsee entwickelt.

Gruß
Kuddl
10. August 2014, 00:34

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