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Das Polieren der Priestköpfe aus Messing

Ich habe sie schon gesehen und bewundert: hoch­glänzende Ober­flächen aus Messing. Solche glän­zen­den Ober­flächen möchte ich bei den Köpfen aus Messing sehen, die sich an den Stielen meiner Priests befinden.
Holz und Messing auf der Gorch Fock
Holz und Messing auf der Gorch Fock

Zunächst habe ich das Polieren per Hand versucht. Dieses Verfahren habe ich schnell aufgegeben. Ich habe versucht, Hochglanz auf dem Messing mit Hilfe von Dremel, Akku­schrauber oder Bohrmaschine her­zu­stellen. Die Aufsätze für die Maschinen und spezielle Po­lier­scheiben mit farblich unterschiedlichen Polier­pasten habe ich im Baumarkt gekauft. Ich war mit all diesen Ergebnissen nicht zufrieden. Ich hätte mir die­se hohen Ausgaben sparen sollen und mir gleich ein ge­eignetes Gerät kaufen sollen.

Ich habe mich sachkundig gemacht und wußte irgend­wann, welche Ober­flächen­geschwindigkeit auf einer Po­lier­scheibe erforderlich ist, um Messing auf Hoch­glanz zu bringen!

Die Umdrehungszahl des Polierbocks kannte ich. Da­raus ergab sich der Durchmesser der Polier­schei­ben. Die Wahl des Materials der Polier­scheiben und die Aus­wahl der speziellen Polier­pasten für das Polieren von Messing konnten folgten.

Dann kam der Kauf des Polier­bocks mit allem Zu­be­hör: Atem- und Augen­schutz sowie Hand­schuhe. Das Polieren der Messingköpfe verschmutzt den Arbeits­platz und bei be­stimmten Arbeiten sogar den ge­samten Ar­beits­raum manchmal sehr stark. Krümel der Pasten schießen mit hoher Geschwindigkeit me­ter­weit bis an die Raum­decke. Krümel prallen auch auf das Glas der Schutz­brille und auf die Gesichts­maske. Dort bleiben diese auch großen Teile haften.

Im Moment schleife ich mühsam per Hand mit Ma­ta­dor Schleif­papier in unterschiedlichen Körnungen bis ein­schließich Körnung 400, seit kurzem bis 1000, sorg­fätig jeden Kratzer aus dem Messing. So erhalte ich einen geeigneten Rohling für die Polierarbeiten.

Als erstes wird das Messing mit einer Sisalscheibe und Abra 154 Polierpaste vorpoliert. Das Vor­pol­ieren des Kopfes aus Messing ist eine «dreckige» Ar­beit.

Das Polieren mit einer hell­grünen Polierpaste auf ein­er Baum­woll­scheibe schließt sich an.

Den Hochglanz der Messing­köpfe er­reiche ich mit Hilfe einer Polier­paste, die auch Ab­klär­paste ge­nannt wird, und der Verwendung einer Molton Hoch­glanz­scheibe.

Nach diesen Arbeitsschritten habe ich eine hoch­glänz­ende Oberfläche. Falls jetzt Kratzer zu sehen sein sollten, kann ich die genannten Arbeitsschritte, aber nun punktuell und damit mit erheblich weniger Auf­wand, wiederholen. Schleifen, vorpolieren, polieren, ab­klären.

Ich beachte sehr viele Details, um eine kra­tz­er­freie, hochglänzende Messing­oberfläche zu er­halten. Für mich zählt hier nicht ein Optimum sondern das Maximum an Hochglanz. Den Mes­sing­kopf lasse ich im «raw brass» Zustand. Ich lackiere oder behandle das Messing nicht weiter.

Ich weiß was passieren kann, wenn ich einen Priest mit einem Kopf aus Messing, den ich auf Hoch­glanz poliert habe, mit an einen sandigen, stein­igen Strand nehme.

Die sehr schöne Kombi­nation aus Holz mit Messing ist auf der Gorch Fock seit Jahren täglich bei besonders hohen Anforderungen im Salzwasser in Gebrauch.

Hinter jedem der kleinen Kratzer, die durch den Gebrauch im Messing zu sehen sind, steht eine kleine Geschichte.

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